was du nicht siehst
Wo bitte gehts in den Wald?
Heute schreibe ich über Irrungen, Wirrungen und über gute Wege aus dem täglichen Welten-Chaos. Willkommen im nebelverhangenen Märchenwald!
Und wo ist hier das Tattoo-Studio? Wo die Kneipe, der Blumenladen und wo wohnt Großmutter? Leit- und Orientierungssysteme verdienen ihren Namen, wenn sie möglichst allen Personen nutzen. Man nennt es Barrierefreiheit. Am Anfang warteten sieben Berge an Vorgaben, Design-Regeln, haptischen Voraussetzungen und baulichen Herausforderungen. Hinter den sieben Bergen platzierten wir gute Gestaltung.
Leitsystem im öffentlichen Raum – Orientierung für alle.
Was willst Du bloß in Osnabrück?
An die IgnorantInnen, an die verschämten OsnabrückerInnen und auch an meine phantasielosen Berliner, hört mal bitte zu: Man kann leicht viele gute Gründe finden, um ein Wochenende in Osnabrück zu verweilen. Der beste Grund ist aber, geht hin um Bilder zu „spüren“.
Emotional-körperlich fassen mich die Gemälde in Öl, Gouache und Kohle, hinterlassen auf Leinwand, auf Hanfsäcken und Karton, an. Im „Museum ohne Ausgang“ von Daniel Libeskind erfahre ich Angst, Trauer, Verzweiflung am ganzen Leib. Ich stehe vor den gefundenen, geretteten, in Verborgenheit und enger Not entstandenen Bildern – den Bildern von Felix Nussbaum. Ich taste mich auf schräg verlaufenden, schmalen Betonwegen unter spitzen Sehschlitzen und bodenlosen Gitterfallen voran und gelange … an versperrte Türen, an keine Fenster, an schwere Stahltüren. Nussbaums Bilder begleiten mich wispernd. Das wird nicht mehr aufhören.
„Ja, ich bin’s.“
Ich spiele ein Zimmermädchen im neuen Film von Wes Anderson „Der Phönizische Meisterstreich“. Ein Sekundenauftritt. Ich gehe von links nach rechts durchs Zimmer und öffne eine Schranktür. Schnitt.
Eine Szene mit Mia Threapleton (Liesl) und Benicio Del Toro (Zsa-Zsa Korda). Außer uns spielen, wie Du längst weißt, Michael Cera, Scarlett Johansson, Tom Hanks, Bill Murray, Benedict Cumberbatch, Charlotte Gainsbourg und andere mit.
Really?! Yes my dear.
Wie eine Reihe von Zufällen begann …
13. Februar 2024: kurz vor acht, Foyer der Schaubühne am Lehniner Platz. Leicht gehetzt sage ich zu meinem Liebsten: „Wir müssen rein, Schatz.“
Es gibt Peer Gynt mit Lars Eidinger.
Da spüre ich ein Antippen auf meiner linken Schulter: „Entschuldigung, wir machen ein Casting für den neuen Wes Anderson Film, der ab April in Babelsberg gedreht wird.“
Wow!
Mein Freund und ich werden in den nächsten dreieinhalb Minuten gecastet. In Hochgeschwindigkeit geben wir unsere Namen, Alter, E-Mail und Telefon preis. Schnell zwei Fotos schießen.
Eiligst rein zu Peer Gynt.
Wenige Wochen später finde ich diese Mail: „Ihr Lieben, vielen Dank für dein Interesse und deine generelle Bereitschaft, bei Wes Andersons neuem Kinofilm mitzuwirken. Es freut uns dir mitteilen zu können, dass der Regisseur dich in der engeren Auswahl für folgende Rolle sieht: Zimmermädchen.“
Es folgen Details zu Vergütung, Terminen zu Anproben und Drehtagen und die Bitte, sogleich ein Online-Profil mit meinen Maßen anzulegen.
Ich vermesse mich also kunstfertig gleich hier in der Agentur: Kopf-, Halsumfang, Taille, Länge von Taille bis unters Knie. Mit einem Geodreieck nicht ganz einfach. Eine Schnur hilft.
Maße eintragen, Fotos hochladen. Alle Termine bestätigen. Einverständniserklärung, klar. Ich gebe zu, ich finde jetzt schon alles ziemlich cool.
4. April: Erste Anprobe. Italienische Stylistin, französische Kostümbildnerin, die Fotografin, schöne Frauen für Visa und Haare, die Produktionsleitung und nervös wirkende Menschen der Casting-Agentur schwirren um uns KomparsInnen herum. Wir werden: Engel, Krankenschwestern, Diener und Zimmermädchen. Wir werden angezogen, frisiert und fotografiert. Menschen sprechen in vielen Sprachen über uns, sind sich hier und da uneinig, beraten, prüfen Rocklängen und Haargeflecht, klemmen Spitzenhäubchen fest und zupfen die steifen Schleifen der Schürzen in Form.
9. April: Drehtag. Morgens um 6, Nieselregen in Potsdam, dunkle Wärme indoor Studio Babelsberg. Wir, „the Maids“, sind zu fünft, unterschiedlich in Größe und Alter. Und wir sind miteinander auf der Stelle entspannt lustig, trotz unser aller superfrühen Aufstehens. Wäsche, Unterröcke, Strümpfe, Schuhe und Kleider anziehen, alle identisch geschnitten, doch unterschiedlich an uns. Wunderbar! Wir sind wie die fünf Daltons – gleich und trefflich verschieden.
Dann ab zu den Visagistinnen. Fertig frisiert und aufgerüscht erklärt man uns kurz unsere möglichen Einsätze, die Szenen und was darin zu spielen sei. Wunderschöne digitale Storyboards geben mir einen Eindruck vom Setting. Uuh, ich spüre zum ersten Mal richtig große Aufregung in meinem Bauch.
Instruktionen folgen: Absolute Stille im Studio, absolutes Stillschweigen nach draußen. Verschwiegenheitserklärungen haben wir mit dem Vertrag unterschrieben. Ich fühle mich daran gebunden.
Also plaudere ich heute nicht weiter aus dem Setkästchen, nur soviel: Es war für mich spektakulär aufregend, herrlich surreal, auch anstrengend aber vor allem eine einmalig verrückte Erfahrung. Und Wes Anderson? A very nice person, to be honest.
Wir fünf Maids versprechen uns am Ende das langen Tages, im Sommer 2025 gemeinsam ins Kino zu gehen.
The Phoenician Scheme
Der Phönizische Meisterstreich
Spürst du den Rückenwind?
Der Optimismus-Test nach Scheier und Carver. Beantworte die Fragen nach folgender Skala:
0 trifft überhaupt nicht zu / 1 trifft kaum zu / 2 teils/teils / 3 trifft etwas zu / 4 trifft voll und ganz zu
Sei dabei so ehrlich und schnell wie möglich und versuche nicht, die Antwort einer Frage von der nächsten abhängig zu machen.
1. Auch in ungewissen Zeiten erwarte ich normalerweise das Beste.
2. Es fällt mir leicht, mich zu entspannen.
3. Wenn bei mir etwas schieflaufen kann, dann tut es das auch.
4. Meine Zukunft sehe ich immer optimistisch.
5. In meinem Freundeskreis fühle ich mich wohl.
6. Es ist wichtg für mich, ständig beschäftigt zu sein.
7. Fast nie entwickeln sich die Dinge nach meinen Vorstellungen.
8. Ich bin nicht allzu leicht aus der Fassung zu bringen.
9. Ich zähle selten darauf, dass mir etwas Gutes widerfährt.
10. Alles in allem erwarte ich, dass mir mehr gute Dinge widerfahren als schlechte.
Die Punkte zu den Aussagen 2, 5, 6, 8 kannst du ignorieren; sie dienen nur dazu, den Test zu verschleiern. Die Punkte aus 1, 4 und 10 messen deinen Optimismus, also bitte addieren.
3, 7 und 9 sind Negativ-Aussagen, hier drehe die Punktzahl einfach um, d.h. 0 wird 4, 1 wird 3. Dann addiere auch diese Punkte.
Zum Schluss addiere beide Zwischensummen. Ein Wert von weniger als 13 bedeutet geringen Optimismus, 14 bis 18 mittelmäßigen Optimismus und 19 bis 24 zeugt von großem Optimismus.
Sündigen oder kündigen?
Klimaschutz wird im Job zunehmend wichtiger. Vor allem jüngere Generation erwarten von ihren ArbeitgeberInnen Engagement und Antworten für die Bereiche Umwelt, Soziales und CO2-Bilanz. Soll heißen, sie kündigen – oder bewerben sich erst gar nicht – wenn im Unternehmen zu wenig für Klimaziele getan wird. Flapsig formuliert lautet die Frage: Sündigen oder kündigen?
Welche Klima-Kriterien können Sie aufstellen?
Welche setzen Sie schon heute um, welche wünschen Sie sich mittelfristig? Für welchen Bereich? Und wie bringen Sie das alles in Ihrem Unternehmensauftritt gut rüber?
Unser Design-Drehbuch zu einem nachhaltigen Unternehmensauftritt zählt sechs Szenen. Dieses und noch mehr wartet im Menüpunkt „Nachhaltig“ – viel Lust beim Lesen!